Ebenen von Logik und Sprache

Ein Blog basierend auf dem Buch “Das Mosaik.”

Eine Sprache mit unendlich vielen Wörtern wäre nicht praktikabel. Wir müssen unsere Sinneseindrücke in ein paar zehntausend Wörtern zusammenfassen, bunte Pflanzen als »Blumen« umschreiben und rosenähnliche Blumen als »Rosen« verallgemeinern, um miteinander über Rosen sprechen zu können.

Wörter sind Abstraktionen

Jedes Wort schiebt dabei eine Vorstellung über die Wirklichkeit, ohne ihr etwas hinzuzufügen. In der REALITÄT gibt es kein Links oder Rechts, weshalb vielen Menschen die Unterscheidung schwerfällt. Es existieren auch keine Jahreszeiten, sondern nur Phasen, in denen die Erde anders zur Sonne steht. Und jeder kennt diesen Moment, wenn man mitten im Satz stockt und nach dem nächsten Wort sucht, obwohl die Bedeutung bereits auf der Zunge liegt. Die Wirklichkeit besteht eben nicht aus Konzepten; stattdessen bedarf es Gewöhnung, Wissen und Eselsbrücken, damit wir uns in einer Welt voller Abgrenzungen zurechtfinden.

Auf diese Weise wird die Wirklichkeit durch unsere Sprache, unsere Gedanken und unser Wissen verkleinert. Jegliches Wissen wird deshalb stets im Rahmen des Denkbaren bleiben und unsere Sehnsucht nach größeren Antworten erklären.

Sprache definiert unser Weltbild

Buchstaben, Wörter und Sätze sind die »geistigen Stifte«, mit denen wir die unbeschreibliche Wirklichkeit »beschreiben«. Sprache und Lebensweise sind untrennbar miteinander verbunden, sodass unterschiedliche Muttersprachen jeweils ein ganz anderes Denken, Wahrnehmen und Funktionieren bedeuten.

Unsere Sprache hat Grenzen und verfügt nicht einmal über ein Wort, das diese Gegebenheit erklärt. Sprache kann uns durch Wissen, Vergleiche oder Widersprüche nur an den Rand des Verstandes führen, sodass unser SELBST von dort aus den Rest erkennt.

Der Verstand ist allerdings keine zuverlässige Angelegenheit.

Die Wahrheit ist größer als unser Verständnis

Wir verstehen dadurch Dinge, die sich später als falsch herausstellen, und zweifeln an Dingen, die sich später als wahr offenbaren, was bedeutet, dass Verständnis keine objektive Richtigkeit braucht. Ein subjektives Richtigfühlen reicht vollkommen aus.

Um diesen automatischen Zustand der Unwissenheit zu überwinden, müssen wir unseren Verstand entwickeln, ein Werkzeug verbessern, das wir benutzen. Und jede Verbesserung beginnt mit dem Wissen, was noch möglich ist – wie groß unser Potential noch ist. Es existieren ganz verschiedene “Ebenen” des Verstandes, die wir sowohl durch unsere eigene Erfahrung als auch durch die Berichte anderer entdecken können. Hier ist eine Wanderkarte mit Reiseempfehlungen um uns in unserem Aufstieg zu unterstützen:

Der defekte Verstand

Wenn du zutiefst unbewusst oder in negativen Emotionen verloren bist, dann ist dein Verstand sozusagen defekt und denkt folgendermaßen: Rosen haben Dornen. Dornen sind schlecht. Deshalb sind Rosen schlecht.

Mathematische Gleichung: A = –A

Der menschliche Verstand

Wenn du fest an dein Weltbild glaubst und die Wörter deiner Sprache für real hältst, dann befindest du dich im menschlichen Verstand. Manchmal ist dessen Einsatz recht effektiv, um Dinge erledigt zu bekommen. Aber wenn du dauerhaft darin bist, ohne jemals aufzutauchen, dann wirst du irgendwann einen Mangel an Sinn und Verbindung verspüren. Der menschliche Verstand verfügt über eine begrenzte Logik, weil er innerhalb von Sprache existiert und ihre Einschränkungen nicht sieht oder verlässt. Dein Denken ist dadurch unpräzise und dreht sich oftmals im Kreis. Der menschliche Verstand denkt so: Eine Rose ist eine Rose. Was sollte sie sonst sein?

Mathematische Gleichung: A = A

Der psychologische Verstand

Wenn du die Grenzen deines Weltbildes entdeckst und erkennst, dass du nichts weißt, weil alles “Wissen” relativ ist, steigst du auf in den psychologischen Verstand. Du erhältst Zugang zur n-dimensionalen Logik. Dein Denken wird nicht nur effektiv, sondern auch effizient. Du wirst die richtigen Dinge erledigt bekommen. In unserer Sprache wirst du dieses lebensverändernde Ereignis als spirituelle Erfahrung beschreiben. Der psychologische Verstand denkt so: Eine Rose ist nicht wirklich eine Rose. Deshalb nennen wir es eine Rose.

Mathematische Gleichung: A ≠ A

Das vollständig erwachte Bewusstsein

Nach dem Erwachen aus dem Verstand bleibt nur noch Bewusstsein. Reine Achtsamkeit. Eine erleuchtete Gegenwart, die Gedanken beobachtet, welche durch die Beobachtung schweben und willentlich losgelassen oder verknüpft werden können. Du erhältst die Fähigkeit, deine Realität zu manifestieren. Wer vollständig wach ist, erfährt die Welt auf diese Weise: Auch die Unterscheidung zwischen einer Rose und einer Nicht-Rose ist nicht wirklich eine Unterscheidung.

Mathematische Gleichung: 1

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